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IN/ SCHWARZ


 

 

 

In Tribute to Eldritch

„Goth Band“ — ein Begriff, der alles erklärt und dabei nichts mehr bedeutet

„The Sisters of Mercy – die Gothic-Band?“

Falsch. Nicht fast falsch. Falsch.

Nicht weil die Band es nicht verdient hätte, sondern weil der Begriff sie nicht verdient. „Goth“ ist längst zu einer bequemen Abkürzung geworden, die alles und nichts umfasst. Eldritch hat das früh erkannt und sich zeitlebens dagegen gewehrt. Er hat nie den Anspruch erhoben, eine „Goth-Band“ zu sein. Für ihn war die Antwort immer einfacher und ehrlicher: Er macht Rockmusik. Punkt.

Diese Haltung teile ich. Und ich finde, sie sollte ernst genommen werden – besonders von einer Szene, die gerne darüber entscheidet, wer dazugehört und wer nicht.

Der Unterschied der zählt

„Goth“ ist ein Szene-Label — offen, dehnbar und vor allem äußerlich. Es sagt wenig über die Musik aus und viel darüber, wie jemand wirken soll. In der heutigen Szene wird der Begriff zum Sammelbecken für alles, was irgendwie düster, melancholisch oder alternativ angehaucht ist. VNV Nation? Goth. Joy Division? Goth. Suicide Commando? Goth. HIM? Goth. Alle in einen Topf.

Diese Gleichsetzung ist nicht nur ungenau. Sie ist respektlos gegenüber den Musikern. Ein kürzlich gesehener YouTube-Short hat das noch einmal deutlich gemacht: Zehn Bands, alle als „Goth Bands“ betitelt — ohne Unterschied, ohne Einordnung. Genau diese Art von Pauschalisierung ist das Problem.

Eldritch und die Weigerung, sich vereinnahmen zu lassen

Andrew Eldritch hat sich nie auf das Szene-Label einlassen wollen. Er hat in Interviews immer wieder deutlich gemacht:

„Ich muss mich ständig dagegen wehren, mit Bands in einen Topf geworfen zu werden, mit denen ich absolut keine musikalischen Gemeinsamkeiten habe. Nur weil jemand schwarze Kleidung trägt, macht er noch lange nicht dieselbe Musik.“

Er hat keine Rollenspielästhetik als Krücke für seine Musik gebraucht. Er hat sich nicht auf Bühnenklischees reduzieren lassen und blieb unabhängig von einer Szene, die oft mehr Wert auf den Look legte als auf die Komposition. Seine Haltung war klar: Er hat Rockmusik gemacht. Was andere daraus machen wollten, bitte schön.

Diese Position sollten wir akzeptieren, statt sie zu korrigieren. Wenn ein Musiker sagt, was er macht, dann ist es anmaßend, ihm stattdessen ein Szene-Etikett aufzudrücken, nur weil es besser in eine Erzählung passt.

Die Arroganz der Szene ?

 Das eigentliche Problem liegt in der Haltung vieler in der Szene. Es wird entschieden, wer „richtig“ ist und wer nicht — oft anhand von Äußerlichkeiten oder weil jemand nicht ins gewünschte Bild passt. Ich höre diesen Sound seit meinem zehnten Lebensjahr und bin ihm seitdem treu geblieben. Mein erstes Club-Erlebnis hatte ich mit vierzehn, als mich meine Schwester in das  Portrait – Der Schuppen in Waldkappel geschmuggelt hat. 

Über zwanzig Jahre war ich danach regelmäßig in Clubs und auf Festivals unterwegs. Trotzdem hat mir nie die Intoleranz gefallen, die es innerhalb der Szene immer wieder gab. Ebenso absurd fand ich schon früh die Vorstellung, sich einem bestimmten Lager zuordnen zu müssen. In meiner intolerantesten Phase glaubte ich sogar, ich dürfe mich nur innerhalb dieses Korsetts bewegen. Dann zog ich zu meiner besten Freundin, mit der ich shoppen ging. 

Eine Zeitlang war ich eher der Blue-Jeans-und-stylisches-T-Shirt-Typ. Aber weder die Jeans noch irgendjemand anderes haben mir das Gefühl genommen, wenn die ersten Takte von The Sisters of Mercy, Wumpscut oder Das Ich liefen. Im Gegenteil: Die Befreiung aus diesem Zwang hat mich offener gemacht. Heute bin ich IN/SCHWARZ. Das bin ich. Und genau deshalb lasse ich mich nicht kategorisieren. Wir machen, was wir wollen. 

Fazit

Eldritch hat sich nicht geweigert, weil ihm die Menschen egal waren. Er hat sich geweigert, weil er seine Musik nicht von einer Szene vereinnahmen lassen wollte, die mehr auf Zugehörigkeit und Optik setzte als auf das, was tatsächlich gespielt wird. Diese Haltung verdient Respekt — nicht indem man sie ignoriert und trotzdem ein Label draufklebt, sondern indem man sie ernst nimmt.

Am Ende geht es nicht darum, neue oder bessere Schubladen zu finden. Es geht darum, aufzuhören, Musikern und Menschen vorzuschreiben, was sie sind. Eldritch hat Rockmusik gemacht. Das sollte reichen. 



IN/SCHWARZ führt diese Tradition fort: Wissend. Unabhängig. Mit dem nötigen Biss

 

IN/SCHWARZ: 

Warum wir unsere eigene Stimme sind

Wir brauchen eine eigene Stimme, weil die künstliche Aufspaltung in unzählige Nischen uns die Kraft raubt. Wer sich nur noch isoliert, wird unsichtbar. Wir lehnen diese Fragmentierung ab. Wir sind vier Menschen, die den Raum für das Unbenannte öffnen und die Verbindung wieder spürbar machen.

Fokus statt Fragmentierung Die Kultur ist überall präsent, aber oft zerstreut. Wir suchen nicht nach der kleinsten Nische, sondern nach dem, was uns verbindet. Wir nennen es nicht Verwaltung – wir nennen es Präsenz. Eine gebündelte Ästhetik macht uns unüberhörbar. Wir schaffen den Ort, an dem das Schaffen als Ganzes wirkt, ohne seine Ecken und Kanten einzubüßen.

Haltung ohne Nostalgie Wir respektieren die Pionierarbeit derer, die vor uns kamen, aber wir nutzen dieses Wissen als Werkzeug für das Heute. Nur wer die Wurzeln kennt, kann frei experimentieren, ohne die Seele zu verlieren. Wir bewahren nicht die Vergangenheit, wir sind die Gegenwart.

Unser Gesetz: Der Code Wir lassen uns in keine Schublade stecken. Unser Maßstab ist die Wahrhaftigkeit der Kunst, nicht der Algorithmus.

  • Härte trifft Eleganz: Ob Industrial-Wut, die Zerbrechlichkeit von Harfe und Klavier oder hypnotischer Dream House – solange der Code stimmt, hat es bei uns eine Heimat.
  • Unabhängigkeit: Wir entscheiden selbst, was Relevanz hat. Wir folgen keinem Trend, wir folgen dem Experiment.


Fazit: Den Raum  besetzen IN/SCHWARZ ist kein Aufruf zur Nostalgie, sondern zur Präsenz. Wir sind da und schaffen den Ort, an dem Neues wachsen kann, ohne sich verstecken zu müssen.

Wir sind da.